Buchvorstellung „Streitschrift Inklusion - Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen

Datum: 7. November 2018
Beginn: 16:00 Uhr
Location:
Innenstadt,

Verfasst am 6. November 2018

Das Forum Inklusive Bildung lädt Sie zur Buchvorstellung „Streitschrift Inklusion - Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen" mit Brigitte Schuhmann ein.

Zeit: Mittwoch, 7.11.2018, 16 – 18 Uhr Ort: Bildungswerkstatt der TH Köln Ubierring 48, 50678 Köln

Die Bildungsjournalistin Brigitte Schumann - keine andere begleitet die politischen Debatten in Deutschland und international um Inklusion so detailliert und kenntnisreich wie sie - stellt kommenden Mittwoch in der TH Köln Ihre umfangreiche Recherche vor.

Dass die Wissenschaftlerin, Aktivistin und ehemalige Lehrerin sich für einige Monate aus dem aktuellen Geschäft zurückgezogen hat, um ihr Buch "Streitschrift Inklusion - Was Sonderpädagogik und Bildungspolitik verschweigen" zu verfassen, ist für alle, die sich für Inklusion einsetzen, ein wirklicher Gewinn.

Die Autorin gewährt uns wesentliche Einblicke in die Geschichte von Ausgrenzung im Sonderschulwesen, die begreifbar machen, warum wir nach einem Schritt vorwärts um zwei zurückgeworfen werden.

Heute ist es schon beinahe schick geworden, über das sogenannte Scheitern der "Inklusion" zu fachsimpeln. Jede und jeder darf mitreden, denn wir alle kennen überforderte Lehrer*innen und meist liebevolle Sonderpädagogin*nen, die sich für ihre Kinder engagieren. So wird die Sonderschule als scheinbar unverzichtbare Alternative gerade wieder zementiert. Welche Lobby und welche Interessen hinter der Verweigerung einer inklusiven Bildung stecken, wird dagegen weitgehend verschwiegen.

Schumann legt dar, dass eine „Allianz des Verschweigens" aus Kultusministerkonferenz (KMK) und Sonderpädagogik die menschenrechtsbasierte inklusive Bildung politisch verfälscht und diskreditiert. Inklusion werde auf ein Wunsch- und Wahlrecht für Eltern von Kindern mit Behinderungen reduziert und einem unverändert selektiven und ungerechten allgemeinen Schulsystem als Widerspruch „aufgepfropft".

Die Autorin wendet sich gegen die Aufrechterhaltung eines kostspieligen und ineffizienten Sonderschulsystems und beschreibt die schädlichen Folgen für die Betroffenen. Die bildungspolitisch und sonderpädagogisch betriebene Verfälschung und Diskreditierung von Inklusion hat aus Schumanns Sicht fatale Folgen über die Schule hinaus. Inklusion werde daran gehindert, als gesellschaftlicher Gegenentwurf zu den gefährlichen Tendenzen gesellschaftlicher Spaltung, Ausgrenzung und Exklusion wirksam zu werden.

Um die harten politischen und gesellschaftlichen Widerstände gegen Inklusion zu überwinden, bedürfe es daher neben einer menschenrechtlich ausgerichteten politischen Bewegung auch einer Aufarbeitung der Geschichte der Sonderpädagogik, die sich als Aufarbeitung deutscher Geschichte begreift.

Die Buchvorstellung und Diskussion mit Brigitte Schumann findet im Rahmen der Veranstaltungsreiche FORUM INKLUSIVE BILDUNG – Entgrenzungen statt.